Die neue Kreuzung St.-Martin-Straße/Alpspitzstraße zeigt die Prioritäten der Marktgemeinde: Für Autos gibt es drei eindeutig gekennzeichnete Spuren und eine „grüne Welle“, für Radfahrende dagegen weder eine klare Führung noch einen sicheren Übergang. Dass sich ihre Situation laut Bauamt trotz der aufwendigen Neugestaltung nicht wesentlich ändert, ist umso enttäuschender. Von gleichberechtigter Mobilität kann hier keine Rede sein.
Wer Radfahrende vom Radweg unvermittelt in einen mehrspurigen Kreuzungsbereich schickt, darf nicht bloß darauf verweisen, dass für sie dieselben Regeln gelten wie für Pkw und Lkw. Gerade Kinder, ältere Menschen und ungeübte Radfahrende brauchen eine eindeutige und geschützte Führung. Auf eine erkennbare Lösung zu verzichten, weil Markierungen angeblich „trügerische Sicherheit“ vermitteln könnten, ist kein Sicherheitskonzept. Damit wälzt die Gemeinde die Verantwortung für eine ungeklärte Verkehrssituation auf die Radfahrenden ab.
Straßen sind gemeinsam genutzter öffentlicher Raum – kein Reservat für den möglichst ungehinderten Autoverkehr. Die Gemeinde sollte deshalb jetzt nachbessern und dem Radverkehr den notwendigen Raum und Vorrang geben, damit alle Menschen diese Kreuzung gefahrlos passieren können.