Der aktuelle Brief der Bürgermeisterin

18. Februar 2019

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,

sollen wir das Kongresshaus abreißen und in einer kleineren Variante neu bauen oder soll das Bestandsgebäude saniert und mit einem Teilneubau erweitert werden? Diese Frage beschäftigt momentan viele Garmisch-Partenkirchner. Der Marktgemeinderat hat sich nach sorgfältiger Abwägung von Für und Wider und unter Berücksichtigung aller fachlichen Expertisen für einen Abriss und anschließenden Neubau eines zukunftsfähigen kleineren Hauses entschieden – und das bis auf eine Gegenstimme einstimmig. Diese Entscheidung, das kann ich Ihnen versichern, hat sich das Gremium nicht leicht gemacht. Jedoch gibt es stichhaltige Argumente, die gegen eine Sanierung und für einen Neubau sprechen. Hier sind die wichtigsten Fakten:

Wenn das Bestandsgebäude des Kongresshauses saniert wird,

… können die heutigen Ansprüche von Kongresskunden in punkto Raumhöhe, Raumeinteilung, Auf- und Abbausituation nicht dargestellt werden.

… ist Garmisch-Partenkirchen im Kongressgeschäft nicht mehr konkurrenzfähig.

… können auch die zeitgemäßen Qualitätsstandards für Kulturveranstaltungen in punkto Akustik und Logistik nicht erfüllt werden.

… ändert sich nichts am extrem hohen Energieverbrauch und den damit verbundenen Kosten, da durch die Sanierung kein zeitgemäßer und nachhaltiger Energiestandard erreicht wird.

… kann das Gebäude weiterhin nicht effektiv genutzt werden, da die Auf- und Abbauzeiten sehr lang sind.

… ändert sich nichts am hohen Personalaufwand aufgrund der mangelhaften logistischen Infrastruktur des Bestandsgebäudes (lange Wege beim Auf- und Abbau).

FAZIT: Eine Sanierung des Bestandsgebäudes bringt also keine umfassende Optimierung. Sanierung und Teilneubau bringen nur einen vergleichsweise kleinen Mehrwert und kosten inzwischen mehr als 36 Millionen Euro. Zudem wäre bei Sanierung und Teilneubau mit einer vergleichbar langen Bauzeit und annähernd der gleichen Immissionsbelastung wie bei einem Neubau zu rechnen.

Wenn das Kongresshaus in einer kleineren Version neu gebaut wird,

... haben wir ein zukunftsfähiges Kongresszentrum.

… können wir mehr Veranstaltungen als bisher anbieten, weil die Raumaufteilung flexibel ist und dadurch auch parallel Veranstaltungen / Kongresse / Auf- und Abbau stattfinden können.

… haben wir einen Konzertsaal mit sehr guter Akustik.

… haben wir ein Gebäude mit modernstem Brandschutz.

… haben wir ein Gebäude mit modernstem energetischem Standard (Folge: geringere Energiekosten) und zeitsparender Logistik (Folge: geringerer Personalaufwand und effektivere Raumbelegung).

… können wir somit auch unser momentanes Betriebskostendefizit von über einer Million Euro senken.

… können wir Barrierefreiheit für alle bieten.

… haben wir ein modernes Kultur-, Kongress- und Bürgerhaus mitten im Zentrum mit ansprechender Architektur und mehr Parkplätzen mitten im Zentrum.

Wichtig zu wissen ist außerdem:

Auch in einem kleineren Haus können wir Kongresse mit über 1.000 TeilnehmerInnen beherbergen. Denn der große Saal im neuen Haus böte Platz für mindestens 1.200 Personen in Stuhlreihen. Zudem haben wir mit Olympiasaal, U1 und Kleinem Theater weitere 582 Plätze zur Verfügung. Während der Bauzeit werden große Kongresskunden natürlich weiter von uns betreut. Großkunden bieten wir – mit dem Ziel sie im neuen Haus wieder begrüßen zu dürfen – gezielt Ausweichmöglichkeiten im bayerischen Raum an. Kleine Kongresse und Seminare können auch während der Bauzeit in Olympiasaal, U1, Bayernhalle und anderen geeigneten Räumlichkeiten (etwa im Skistadion, auf der Zugspitze und in verschiedenen Hotels) stattfinden. Das Kleine Theater und das U1 wollen wir auch bei einem Neubau erhalten, entweder am bisherigen Standort oder im Neubau.

Ich hoffe, dass diese Informationen offene Fragen beantworten können. Ich persönlich hoffe, dass wir mit dem Neubau eine zukunftsfähige und nachhaltige Entwicklung von Garmisch-Partenkirchen befördern können.

Ihre

Dr. Sigrid Meierhofer
1. Bürgermeisterin

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